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Wechseljahre
Wechselbeschwerden

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Wechseljahre

Die Wechseljahre der Frau waren immer etwas Geheimnisvolles. Heute hat man Kenntnis über den Hormonhaushalt der Frauen und weiß, wie kompliziert er ist. Es ist heute kaum vorstellbar, aber bis ins vorige Jahrhundert war die Lebenserwartung einer Frau gleichzusetzen mit dem Eintreten der Wechseljahre.

Was sind die Wechseljahre (Klimakterium)?
Die letzte von den Eierstöcken gesteuerte Periodenblutung im Leben einer Frau nennt man Menopause. Die Wechseljahre sind jene Jahre, die kurz vor und kurz nach der Menopause liegen. Das Klimakterium beginnt meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Bevor die Regel endgültig aussetzt, ist der Zyklus meistens schon unregelmäßig. Hat die Regel länger als ein Jahr ausgesetzt, kann man davon ausgehen, dass die Menopause, also die letzte geregelte Blutung stattgefunden hat.

Weshalb gibt es die Wechseljahre?
Die Fachleute meinen, dass die Eierstockfunktion erschöpft ist. Die von Geburt an vorhandenen Eizellen (ca. 500.000) reduzieren sich im Laufe des Lebens, wobei durchschnittlich nur 450 Eizellen pro Eisprung "verloren gehen". Die meisten Eizellen degenerieren und lösen sich auf. Die hormonelle Steuerung im Gehirn bleibt erhalten, die Antwort aus dem Eierstock erlischt. Das Gehirn regt jetzt die Nebennieren und das Fettgewebe an, ihre Produktion von Östrogen zu steigern.

Was sind mögliche Konsequenzen des geänderten Hormonspiegels?
Die Wechseljahre sind durch Veränderungen der Geschlechtshormonspiegel und die daraus resultierenden Beschwerden und Befindlichkeiten gekennzeichnet. Der Verlauf der Wechseljahre und die Beschwerden sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich.

Welche Art von Symptomen gibt es in den Wechseljahren? Blutungsstörungen können auftreten. Unregelmäßige Blutungen, unterschiedlicher Stärke und Dauer. Schmerzen sind möglich. Ein Symptom, das häufig auftritt, sind Hitzewallungen. Sie entstehen ganz plötzlich ohne Grund, bei manchen Frauen mit Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüchen und plötzlicher Röte im Gesicht und am Hals. Die Dauer der Hitzewallung beträgt oft nicht mehr als drei bis sechs Minuten. Zu Beginn der Wechseljahre können diese Hitzewallungen mehrere Male im Laufe einer Stunde auftreten. Bei anderen Frauen wiederum verändern die Wechseljahre den gewohnten Schlafrhythmus. Sie haben zum Teil Schlafprobleme und wachen häufig auf, auch wegen der Schweißausbrüche. Dadurch entstehen Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Andere Symptome sind Depressionen, Nervosität, Schwermütigkeit, Reizbarkeit Kopfschmerzen aber auch Leistungsabfall, Gedächtnisschwäche, Gliederschmerzen. Die Familie wundert sich oft über diese Überempfindlichkeit. Bei vielen Frauen kommt es im Verlauf der Wechseljahre zu einer Gewichtszunahme und Fettumverteilung. Die Haut und Schleimhaut der Frau wird dünner. Die Frisur hält nicht mehr. Mitunter kommt es auch zu häufigem Zahnfleischbluten. Die Scheidenhaut gibt weniger Feuchtigkeit ab, die Drüsen am Scheideneingang produzieren weniger Sekret, so dass Probleme beim Geschlechtsverkehr auftreten können. Manche Frauen haben weniger Lust auf Sex. Andere wiederum erleben bloß einen schwächeren Orgasmus. Die Behaarung im Gesicht, besonders am Kinn, wird stärker. In Zusammenhang mit den Wechseljahren hat sich in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit auf Knochenschwäche (Osteoporose) und einige Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerichtet. Vor den Wechseljahren ist die Frau durch die große Produktion an Östrogen bis zu einem gewissen Maße davor geschützt.

Wie werden die durch die Wechseljahre ausgelösten Beschwerden behandelt?
Heutzutage gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Methoden, die hormonelle Veränderungen korrigieren können. Einige Frauen bevorzugen eine Hormonbehandlung, die einen künstlichen Menstruationszyklus hervorruft. Es gibt es aber auch andere Hormonpräparate, die keinen künstlichen Menstruationszyklus hervorrufen. Die Behandlung mit Östrogenen stand für eine Weile unter dem Verdacht, Brustkrebs zu fördern. Dieser Verdacht wurde durch die Forschung nicht bestätigt. Der große Vorteil bei einer Hormonbehandlung ist, dass fast alle Nebenwirkungen der Wechseljahre verschwinden. Östrogenhaltige Zäpfchen oder Cremes können Beschwerden an den Schleimhäuten der Scheide lindern. Diese Form der örtlichen Behandlung ist meist erst einige Jahre nach der Menopause notwendig und sinnvoll. Zudem können der unwillkürliche Urin Abgang unter Umständen gebessert werden.

Nach Abschluss der Wechseljahre bessern sich die körperlichen Beschwerden. Das gleiche gilt für die psychischen Beschwerden. Nach den Wechseljahren steigt aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, weil das körpereigene weibliche Geschlechtshormon Östrogen einen Schutzfaktor darstellt, der mit Erreichen der Wechseljahre wegfällt.

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