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Abtrennungswunde
Allergie
Allergiehinweis
Atemstillstand
Augenverletzung

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Abtrennungswunde

Im Haushalt, beim Heimwerken oder beim Türen auf- und zumachen, können die Finger so schwer gequetscht werden, dass Fingerteile abgetrennt werden. Diese Wunden heißen Abtrennungswunden.

Was tun bei Abtrennungswunden?

- Schauen Sie sich die Verletzung genau an: Fehlt ein Stück des betroffenen Gliedes?
- Wenn ja : finden Sie es, packen Sie es in eine saubere Plastiktüte, und packen Sie die verschlossene Tüte in eine zweite Tüte, die Sie mit Wasser und Eis füllen.
Auf keinen Fall darf der abgetrennte Körperteil direkt mit Eis in Berührung kommen.
Im Notfall genügt auch die Lagerung im Kühlschrank.
- Legen Sie einen Verband an, oder wickeln Sie die Wunde in saubere Handtücher.
So wird sie vor Keimen geschützt, und der Patient hat weniger Schmerzen.
- Verständigen Sie die nächste Rettungsstelle.

Allergie

Hyperreaktionen des Organismus auf Allergene beruhen auf einer Antigen- Antikörper- Reaktion. Die Allergene können über die Haut, die Atemwege oder die Nahrung in den Körper gelangen.

Allergische Reaktionen

Insektenstiche, Kontakt mit Quallen oder Pflanzen wie Brennesseln, lösen bei jedem Betroffenen verschieden heftige allergische Reaktionen aus. Schwellungen, Rötungen, Juckreiz bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock sind möglich. Bei Menschen die nicht unter extremer (meist bereits ärztlich festgestellter) allergischer Reaktion auf Bienen- Wespen- oder Hornissenstiche reagieren, gibt es gut verträgliche Mittel. Diese wirken schnell schmerzlindernd, Juckreiz hemmend, abschwellend und kühlend.
Mückenstiche jucken unterschiedlich stark. Bienen- und Wespenstiche sind schmerzhaft und werden daher sofort bemerkt.
Durch das Insektengift von Bienen, Wespen oder Mücken kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die viel bedrohlicher sind als
die kleine Stichwunde:

- Der Insektenstich schwillt deutlich stärker an als normal.
- Es bilden sich Quaddeln (große juckende Wasserblasen).
- Atemnot, Kollaps (kalter Schweiß, rasender Puls oder verlangsamter Herzschlag bis zur Bewusstlosigkeit), Erbrechen. Bei diesen Anzeichen sofort einen Notruf tätigen.

Allergie Hinweis

Wenn Sie bei einer Ihnen unbekannten Person „Erste Hilfe“ leisten und der Betroffene kann nicht antworten, oder ist bewusstlos, untersuchen Sie seine Taschen. (Bei Verdacht auf Drogenmissbrauch auf Spritzen achten) Medikamente, Dosieraerosole, Insulin- Pen geben Aufschluss über den Patienten. Vielleicht finden Sie auch Hinweise auf einen Arzt- oder Krankenhaustermin oder einen Notfallausweis der auf eine Allergie, auf Zuckerkrankheit, eine Herzkrankheit oder Epilepsie hinweist. Eine Notfall – Kette oder Armband, sowie ein „SOS Talisman“ können weitere wichtige Hinweise auf die Art des Notfalles sein. Geben Sie diese Warnhinweise an den Rettungsdienst weiter.

Atemstillstand

Minuten entscheiden

Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Stromunfall, massiver Blutverlust, Unterkühlung oder ein allergischer Schock können zu einem Atem-Kreislaufstillstand führen.

„Dieser besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize nicht mehr situationsgerecht reagiert und weder Atmung noch Kreislauf feststellbar sind. Bei Atem-Kreislaufstillstand ist das Herz nicht mehr in der Lage, die lebenswichtigen Organe mit Blut und damit mit Sauerstoff zu versorgen". Dieser Mensch ist schutz- und hilflos.

Direkt mit Beatmung und Herzmassage beginnen.
(Üben Sie das Auffinden des Pulses beim gesunden Menschen)

Atem-Kreislaufstillstand führt zum Tod, wenn nicht innerhalb weniger Minuten Beatmung und Herzdruckmassage durchgeführt werden. Wenn der Helfer am reglosen Patienten weder Atmung noch Kreislaufzeichen (husten, schlucken oder Brustkorbbewegungen) festgestellt hat, ist rasches und richtiges Reagieren gefragt. Fehlende Atmung und fehlender Kreislauf müssen ersetzt werden.

Rufen Sie um Hilfe, damit zumindest ein weiterer Helfer vorhanden ist. Sind zwei Helfer beim Patienten, so ruft einer die Rettung, der andere beginnt damit, die fehlende Atmung durch Beatmung zu ersetzen und die Herzdruckmassage durch zu führen. Schnell beengende Kleidungsstücke entfernen und die Mundhöhle inspizieren. Ev. Blut, Erbrochenes, Schleim und Zahnprothesen entfernen. Danach wird der Kopf gerade gerichtet und nach hinten überstreckt um die eventuell zurückgesunkene Zunge hochzuheben und eine freie Atmung zu ermöglichen.

Die in den letzten Jahren erfolgte wissenschaftliche Kritik an der Beatmung hat zu Veränderungen geführt. So heißt es in den neuen, aktualisierten Leitlinien des Wiederbelebungsrates, dass Ersthelfende sich auf Herzdruckmassage beschränken können, wenn sie sich vor der Beatmung scheuen. Darüber hinaus ist das Verhältnis von Herzdruckmassage zu Beatmung von 15 zu 2 auf 30 Massagen zu
2 Beatmungen erhöht worden.

Die geltenden Empfehlungen für die Wiederbelebung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Findet sich ein leblos erscheinender Patient, sollte man ihn zunächst laut ansprechen und vorsichtig schütteln. Wenn keine Reaktion kommt, gilt es um Hilfe zu rufen und dann sofort die Atemwege frei zu machen. Danach muss die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen überprüft werden. Ist diese in Ordnung, dann genügt die „Stabile Seitenlage“. Wirkt sie aber nicht normal, ist spätestens zu diesem Zeitpunkt unbedingt der Notruf zu verständigen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.

Für die Herzdruckmassage wird der Patient auf eine harte Unterlage- am besten auf den Boden- gelegt. Der Helfer kniet seitlich von ihm und legt den Handballen einer Hand auf die Mitte der unteren Hälfte des Brustbeins auf, ohne mit den Fingern den Brustkorb zu berühren. Der Handballen der anderen Hand wird darüber gelegt. Bei gestreckten Armen wird nun rhythmisch so starker Druck auf das Brustbein ausgeübt, dass dieses vier bis sechs Zentimeter niedergedrückt wird. Der Brustkorb muss dabei gleichmäßig be- und entlastet werden. Die Handballen dürfen dabei nicht abgehoben werden. Die Herzdruckmassage ist gleichmäßig in einer Frequenz 100 Mal pro Minute durchzuführen. Es werden 30 Herzdruckmassagen durchgeführt, dann zwei Beatmungen 30 Herzdruckmassagen usw." Ist ein Defibrillator vorhanden soll dieser eingeschaltet und die Anweisungen des Gerätes befolgt werden.

Die Beatmung erfolgt folgendermaßen: Der Kopf des Patienten wird nach hinten überstreckt. Die Hand des Helfers die am Kopf liegt, verschließt mit Daumen und Zeigefinger die Nase des zu beatmenden. Den Unterkiefer anheben und den Mund des Patienten leicht öffnen. Normal einatmen und die Luft langsam in den Mund des Patienten blasen. Dabei wird beobachtet ob sich der Brustkorb des Patienten bewegt. Nach den Atemspenden ist mit der Herz- Druck- Massage fortzufahren.

Die Mund- zu Nase- Beatmung erfolgt in der gleichen Weise nur dass in diesem Fall der Mund mit der Hand verschlossen wird und die Atemspende durch die Nase des Patienten erfolgt.

Beatmung und Herzdruckmassage müssen solange fortgesetzt werden bis wieder Atmung und Kreislaufzeichen zu erkennen sind, ist dies nicht vorher der Fall, dann bis zum Eintreffen der Rettung."

Wer angesichts dieser Beschreibung glaubt, dass die Kenntnisse der „Ersten Hilfe“ nicht ausreichen, findet eine Auswahl an entsprechenden Kursen und diese sollten auch besucht werden.

Wer den Empfehlungen folgen will, aber vor der Mund- zu- Mund- Beatmung zurückschreckt, kann sich mit einem Schutztuch ausrüsten. Dieses erlaubt im Ernstfall die Atemspende hygienisch und sicher durchzuführen. Ein sauberes Taschentuch hilft auch, perfekt jedoch ist eine Beatmungsmaske. Ein gut sortierter „Erste Hilfe“ Koffer sollte ein
Schutztuch oder eine Beatmungsmaske enthalten.

Die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
Unter stabiler Seitenlage versteht man eine spezielle Lagerung bei bewusstlosen Patienten. Diese Lagerung schützt den Bewusstlosen vor Verstopfung der Atemwege durch seine eigene Zunge, Speichel oder Erbrochenes. Eine korrekte Seitenlage durchzuführen lernen Sie am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs!

Wann sollten Sie einen Menschen in die stabile Seitenlage bringen?
Bei Bewusstlosigkeit - Atmung und Herzschlag sind normal, aber der Verunglückte reagiert nicht auf Ansprache. Wenn Sie Beine oder Arme hochheben, sind diese ganz schlaff.

Bei Säuglingen und Kleinkindern :
- Legen Sie das Kind auf den Bauch.
- Drehen Sie den Kopf auf die Seite.
- Öffnen Sie den Mund des Kindes.

Beim Erwachsenen oder dem Kind ab etwa drei Jahren:
- Knien Sie an der Seite des auf dem Rücken liegenden Patienten.
- Heben Sie die Hüfte des Verunglückten etwas an und schieben Sie den auf der
Helferseite liegenden Arm unter seine Hüfte.
- Das Bein auf der Helferseite anwinkeln, so dass der Fuß auf dem Boden steht.
- Den zweiten Arm auf der dem Helfer gegenüberliegenden
Seite auf die Brust legen.
- Fassen Sie den Patienten an der Ihnen gegenüberliegenden Schulter und Hüfte und
drehen ihn zu sich her auf die Seite.
- Die oben liegende Hand unter das Kinn schieben, den Kopf dabei vorsichtig leicht
nach hinten biegen, den Mund öffnen.
- Den unteren Arm hervorziehen, so dass der Verunglückte nicht mehr darauf liegt.
- Überprüfen Sie die Atmung, korrigieren Sie gegebenenfalls die Kopfhaltung. Vorsicht,
wenn eine Wirbelsäulenverletzung zu befürchten ist. In diesem Fall soll ein Helfer den
Kopf mit dem Körper mitbewegen.

Was tun bei Augenverletzungen?

- Fragen Sie den Patienten oder andere Personen, die den Unfall beobachtet haben, was ins Auge gekommen ist : Handelt es sich um einen eher „harmlosen" oder um einen gefährlichen Fremdkörper?

Bei „harmlosen" Fremdkörpern im Unterlid :
- Unterlid nach unten ziehen und den Fremdkörper mit einem feuchten Wattestäbchen oder dem Zipfel eines Taschentuchs heraustupfen, nicht reiben.

Harmlose Fremdkörper unter dem Oberlid:
- Der Patient soll nach unten blicken. Ziehen Sie das Oberlid an den Wimpern über das Unterlid herunter. Beim Zurückgleiten des Oberlids bleibt der Fremdkörper meist am Unterlid hängen.

- Gelingt die Entfernung des Fremdkörpers nicht, fahren Sie zum nächsten Arzt, Augenarzt.

Bei gefährlichen Fremdkörpern :
- Fremdkörper im Augapfel auf keinen Fall entfernen.
- Auge (wenn möglich) vorsichtig mit feuchter Watte oder einem Baumwolltuch abdecken.
- Sofort zum nächsten Arzt, Augenarzt, ins Krankenhaus oder den Notruf anrufen!

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