D

Die fünf WS
Druckverband
Drogenmissbrauch
Dosieraerosole
Durchfall

zurück zum Alphabet

Die fünf WS

Immer wenn Sie die Notrufnummer wählen, dann merken Sie sich als Gedankenstütze die fünf W ´s:

Wo:
Geben Sie die Adresse der Unfallstelle, Ihren Namen und eventuell auch eine Telefonnummer bekannt.

Was ist passiert: Beschreiben Sie den Unfall.

Wie viele Verletzte: Nennen Sie die Zahl der Verletzten, bei Kindern unbedingt auch das Alter.

Welche Verletzung: Beschreiben Sie nach Ihrer Beobachtung die Schwere der Verletzung - z. B. atmet nicht, hat sich am ganzen Körper verbrüht, Stromschlag, Bein- oder Armbruch, der Knochen durchsticht die Haut.

Wodurch ist der Unfall bzw. die Verletzung passiert.

Druckverband

Binden Sie eine Verbandrolle mit einem Verband fest auf die Wunde. Oder rollen Sie ein Handtuch kompakt zusammen, und knoten Sie es mit einem weiteren Handtuch fest auf die Wunde. Wichtig ist, dass Druck aufgebaut wird - nicht, dass der Verband perfekt aussieht. Der Druck darf aber nicht so groß sein, dass die Durchblutung ganz unterbrochen wird. Prüfen Sie immer, ob der Puls jenseits des Verbandes tastbar ist. Wenn nicht, lockern Sie den Verband etwas.

Drogenmissbrauch

Dosieraerosole
Wenn Sie bei einer Ihnen unbekannten Person „Erste Hilfe“ leisten und der Betroffene kann nicht antworten, oder ist bewusstlos, untersuchen Sie seine Taschen. (Bei Verdacht auf Drogenmissbrauch auf Spritzen achten) Medikamente, Dosieraerosole, Insulin- Pen geben Aufschluss über den Patienten. Vielleicht finden Sie auch Hinweise auf einen Arzt- oder Krankenhaustermin oder einen Notfallausweis der auf eine Allergie, auf Zuckerkrankheit, eine Herzkrankheit oder Epilepsie hinweist. Eine Notfall – Kette oder Armband, sowie ein „SOS Talisman“ können weitere wichtige Hinweise auf die Art des Notfalles sein. Geben Sie diese Warnhinweise an den Rettungsdienst weiter.


Durchfall

Durch einen Kreislaufzusammenbruch kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen. Siehe Kreislaufschwäche.
Aber bei allen Darminfektionen ist das Hauptsymptom der Durchfall. Er kann auch von Erbrechen begleitet sein. Wasserverlust kann ein großes Problem sein. Beim Durchfall ist der Anteil des Wassers im Stuhl deutlich erhöht. Dieses Wasser wird dem Körper entzogen. Der Wasserverlust kann für den Körper ein großes Problem sein. Besonders in Entwicklungsländern kann bei Darminfektionen der hohe Wasserverlust zum Tod durch Austrocknung führen.

Tritt wässriger Stuhl nur einmal am Tag auf, so spricht man noch nicht von Durchfall, sondern erst, wenn ein solcher Stuhl mehr als dreimal am Tag vorkommt.

Je nach Ursache können auch andere Beschwerden auftreten, z. B.:
Übelkeit
Schwindel, Kopfschmerzen
Bauchschmerzen
Fieber, Schüttelfrost
Grippeähnliche Beschwerden

Erkrankungsursachen
Es gibt harmlose Auslöser für Durchfall, wie z.B. zuviel oder schlecht verträgliches Essen, aber auch ernste Erkrankungen die ärztlicher Behandlung bedürfen sind mit Durchfall verbunden.

Infektion mit Amöben durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Die Amöbenruhr zeigt zunächst Müdigkeit, Bauchschmerzen und Übelkeit. Nach einigen Tagen wird dann der Stuhl glasig und hat eine rötliche Farbe.

Infektion mit Shigellen durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Zuerst starkes Fieber und erhebliche, krampfartige Bauchschmerzen. Dann häufiges Erbrechen und Durchfall. Der wässrige Stuhl ist meist blutig und schleimig. Die Betroffenen sind sehr schwach.
Bakterienruhr ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Nähere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie hier.

Infektion mit Campylobacter durch infiziertes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Symptome sind Schüttelfrost und Fieber, Bauchschmerzen und sehr häufige Durchfälle und Erbrechen. Es können ähnliche Beschwerden wie bei einer Grippe auftreten.

Infektion mit Cholerabakterien durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Neben wässrigem Stuhl auch dauerndes Erbrechen. Der Betroffene hat Untertemperatur. Er leidet darunter, dass er trotz gefüllter Harnblase diese nicht spontan entleeren kann.
Bei Cholera sollte unbedingt beachtet werden, dass auch nach erfolgreicher Behandlung die Erreger noch drei Monate lang ausgeschieden werden können. Nachuntersuchungen sollten das überprüfen.
Cholera ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Nähere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie hier.

Darmgrippe oder auch Reisedurchfall wird meistens durch eine Kombination verschiedener Viren und Bakterien hervorgerufen. Oft tritt die Darmgrippe vermehrt auf. Sie ist meistens nach wenigen Tagen überstanden. Während der Erkrankung können Schwindel, Erbrechen, Bauchkrämpfe, laute Darmgeräusche und Durchfälle aller Art und in unterschiedlicher Schwere auftreten.

Infektion mit Kolibakterien bewirken leichten Durchfall, der gelegentlich von Erbrechen begleitet wird und dauern häufig nicht länger als zwei Tage. Die Kolibakterien gelangen durch die eigene Unsauberkeit nach dem Gang auf die Toilette auf Nahrungsmittel. Auch durch unsaubere Abwasserbeseitigung können Kolibakterien auf Nahrungsmittel und ins Trinkwasser gelangen.

Bei Infektionen mit Salmonellen kommt es zu plötzlichem Unwohlsein und Übelkeit und später zu Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis fünf Tage. Die Betroffenen haben häufig Fieber.
Der Kontakt zu Salmonellen ist möglich durch indirekten Kontakt mit erkrankten Menschen oder durch verunreinigte Lebensmittel. Oft finden sich Salmonellen bei häufig wieder aufgewärmten Speisen oder nicht durchgegarten Nahrungsmitteln, z. B. Geflügel, Eier, Mayonnaise, Salate, Süßspeisen, Milchprodukte. Salmonellen Enteritis ist die häufigste Darminfektion. Trotz Meldepflicht ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Staphylokokken sind Bakterien, deren Gift den Darm angreift. Die Erkrankung zeigt sich in starkem Erbrechen und Durchfall. Häufig treten vorher Bauchschmerzen auf. Bei Staphylokokkeninfektion sollte der Arzt aufgesucht werden.

Typhus und Paratyphus sind schwere Infektionen mit Salmonellen, die durch verschmutztes Wasser und Nahrungsmittel in den Körper gelangen. Häufig geht eine Verstopfung voraus. Die Körpertemperatur steigt allmählich. Der Patient leidet unter Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. In der zweiten Woche tritt Fieber bis zu 40 Grad auf. Am Rumpf und gelegentlich an Armen und Beinen erscheinen kleine rote Flecken. In der dritten Woche kommt Durchfall hinzu.
Typhus und Paratyphus sind nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankungen.


Bei bakteriellen Infektionen muss der Erreger erst eindeutig vom Arzt nachgewiesen werden, bevor eine gezielte Behandlung erfolgen kann. Nicht bei allen Erregern ist eine wirksame Behandlung mit Antibiotika möglich.

Ursache
Mangelnde Hygiene ist fast immer die Ursache. Die häufigsten Ursachen von Darminfektionen sind mangelnde Hygiene. Durch entsprechende Maßnahmen können Sie sich schützen. Auf Reisen erhöht sich das Erkrankungsrisiko.

Therapie
Viel trinken kann lebensrettend sein. Der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei starkem Durchfall muss ausgeglichen werden. Sie sollten viel trinken, z. B. Tee. Essen Sie wenig. Insbesondere bei Kindern und alten Menschen kann es leicht zu Kreislaufversagen kommen. Später sollte langsamer Kostaufbau mit fettarmen Mahlzeiten erfolgen.

Selbsthilfe: "Durchfallgetränk" Rezept für ein "Durchfallgetränk", das Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzt:
Auf einen Liter Wasser auflösen 2,5 Gramm Natron (Speisesoda = NaHCO3), 1,5 Gramm Kaliumchlorid, 3, 5 Gramm Kochsalz und 20 Gramm Traubenzucker.

Alle Zutaten sind in der Apotheke zu bekommen. Dort gibt es auch bereits fertig gemischte Elektrolytpulver, die nur noch in Wasser aufgelöst werden müssen.

Durchfallmittel? Häufig sind spezielle Durchfallmittel nicht notwendig. Erst bei länger andauernden Durchfällen (etwa ab fünf Tage) können Medikamente verordnet werden, die die Bewegung des Darmes vermindern und den Verlust an Mineralstoffen einschränken.

Vorbeugung
Hygienische Maßnahmen auf Reisen und zu Hause sind meistens ausreichend, eine Infektion zu verhindern. Die effektivste vorbeugende Maßnahme gegen jede Art von Darminfektionen sind gründliche hygienische Maßnahmen, insbesondere auf Reisen.
Essen Sie nur durchgegarte Lebensmittel. Salate sollten Sie meiden, wenn Sie nicht sicher sind, ob das Trinkwasser frei von Bakterien ist. Das gilt auch für Meerestiere, die durch Einleitungen ins Meer verseucht sein können.
In besonders kritischen Regionen sollten Sie selbst zum Zähneputzen Mineralwasser benutzen.
Speisereste sollten möglichst schnell verbraucht werden. Essen Sie keine Speisen, die häufig wieder aufgewärmt wurden.
Waschen Sie sich nach jedem Gang auf die Toilette die Hände. Auch eine Nagelbürste sollten Sie benutzen.
Vor Reisen sollten Sie sich impfen lassen. Das ist möglich zur Vorbeugung bei Typhus und Cholera. Erkundigen Sie sich in Vorbereitung einer Reise auch nach anderen Infektionen, auf die Sie achten sollten, z. B. Hepatitis.

nach oben