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Fremdkörper
FSME

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Fremdkörperverletzung

Verschlucken - Atemwege
Kleine Kinder nehmen Gegenstände aus Neugier in den Mund. Erwachsenen passiert meist beim Essen ein Missgeschick. Dabei können sie sich verschlucken" - der Fremdkörper nimmt den falschen Weg in Luftröhre oder Lunge. Die Atemwege werden blockiert, der Patient bekommt keine Luft mehr.

Was tun bei Verschlucken – Atemwege?
- Beobachten Sie, ob der Verunglückte schlecht Luft bekommt oder blass aussieht.
- Achten Sie auf vermehrten Speichelfluss .
- Hustet der Patient häufig, oder hat er einen Hustenreiz?
- Fühlt der Verunglückte einen Fremdkörper im Hals?
- ein Kind mit Kopf und Bauch nach unten auf den eigenen Unterarm legen und kräftig auf den Rücken zwischen die Schulterblätter klopfen.
- Erwachsene oder größere Kinder über das Knie des Helfers vornüberbeugen und durch gezielte Schläge auf den Rücken zum Husten bringen.
- Wird der Fremdkörper herausgebracht und das Schlucken und Atmen funktioniert wieder, ist die akute Gefahr gebannt.

Heimlich-Handgriff
Das Heimlich-Manöver, auch Heimlich-Handgriff genannt, ist eine Nothilfemaßnahme bei drohender Erstickung oder Bolustod, bedingt durch eine komplette Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper (Verschlucken). Es wurde von seinem Erfinder, dem US-amerikanischen Arzt Henry J. Heimlich, erstmals 1974 beschrieben. Durch eine Kompression des Abdomens (Bauchraums) wird versucht, den Fremdkörper durch den entstandenen Überdruck aus den Atemwegen zu befördern. Als vorausgehende Maßnahme soll eine Lösung des Fremdkörpers durch kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter versucht werden. Nicht angezeigt ist die Maßnahme bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand in Folge der Obstruktion. In diesem Fall wird direkt mit einer kompletten Herz- Lungen- Wiederbelebung begonnen.

Heimlich-Manöver
Die Arme des Helfers umfassen dabei von hinten den Oberbauch des Patienten. Der Helfer bildet mit einer Hand eine Faust und legt sie unterhalb der Rippen und des Brustbeins. Mit der anderen Hand greift er die Faust und zieht sie dann ruckartig kräftig und gerade (ansonsten können leicht innere Verletzungen verursacht werden) zu seinem Körper hin. Ziel ist es, durch die Druckerhöhung in der Lunge den Fremdkörper aus der Luftröhre zu befördern. Bei Bedarf soll das Manöver bis zu fünfmal wiederholt werden. Der Brustkorb selbst soll dabei nicht zusammengedrückt werden.
Bei Anwendung des Heimlich-Manövers besteht die Gefahr von Rippenbrüchen und inneren Verletzungen beim Patienten (Milzriss, Leberriss bei Kindern; platzen von Aneurysmen bei älteren Patienten). Daher ist die Konsultation eines Arztes nach Durchführung des Manövers zwingend erforderlich! Die Risiken werden jedoch aufgrund der akuten Lebensgefahr durch Ersticken oder reflektorischen Herzstillstand infolge einer vagalen Reizung in Kauf genommen. Insbesondere bei Kindern unter einem Jahr sollte von der Anwendung abgesehen werden.

Sollten die Atemwege noch nicht frei sein, die dargestellten Maßnahmen je fünfmal abwechselnd ausführen.

- Achtung: Manchmal bleibt ein Gegenstand in den Atemwegen, und es gelingt trotzdem Luft zu holen. Wenn Sie nicht sicher sind - sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus oder den Notruf wählen.

Verschlucken - Speiseröhre / Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt
Manchmal verschlucken Kinder oder Erwachsene aus Versehen oder im Spiel kleine Gegenstände. Glücklicherweise passieren die meisten Fremdkörper ungehindert – und ohne Verletzungen hervorzurufen - den Magen-Darm-Trakt und tauchen nach zwei bis fünf Tagen (manchmal auch noch später) unversehrt im Stuhl auf. Aber es besteht die Gefahr, dass der Fremdkörper in der Speiseröhre hängen bleibt.

Was tun bei Verschlucken –
Speiseröhre / Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt?
- Fragen Sie den Patienten, ob er ein ungutes, störendes Gefühl im Hals hat.
- Beobachten Sie, ob Erbrechen oder ein Brechreiz auftritt.
- Achten Sie auf vermehrten Speichelfluss .
- Beobachten Sie, ob gehäuft geschluckt wird.
- Falls diese oder ähnliche Beschwerden bestehen : Fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf.
- Hat der Patient nach dem Verschlucken eines Gegenstands keine Beschwerden, fragen Sie beim Arzt oder im Krankenhaus nach, ob eine Gefahr von dem verschluckten Fremdkörper ausgeht.

Bei Verdacht auf Verschlucken von Knopfzellbatterien, spitzen Gegenständen und Näh- oder Stecknadeln immer den Arzt aufsuchen.

Zeckenkrankheiten - ein Überblick

Europäische Zecken übertragen hauptsächlich zwei Erkrankungen, die Frühsommer- Meningo- Enzephalitis (FSME) und die Borreliose (Lyme-Krankheit). Gegen Borreliose existiert derzeit noch kein Impfschutz, allerdings kann diese bakterielle Infektion gut mit Antibiotika behandelt werden. Genau umgekehrt verhält sich die Situation bei der FSME: Sie wird von Viren ausgelöst, eine Therapie mit Antibiotika wäre folglich wirkungslos. Dafür kann der Krankheit mit einer Impfung vorgebeugt werden.

Die Frühsommer- Meningo- Enzephalitis (FSME)
FSME ist eine Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird - eine Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Ansteckung kann in der gesamten warmen Jahreszeit stattfinden. FSME- Viren kommen allerdings nur bis etwa 1.500 Metern Seehöhe vor, in denen die mittlere Jahrestemperatur über 8°C liegt.
Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Stich einer infizierten Zecke zu erkranken, ist hoch. Allerdings ist selbst in Gebieten mit hoher Durchseuchung selten mehr als eine von 200 Zecken mit FSME- Viren infiziert. Die Zeit zwischen Zeckenstich und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegt zwischen zwei und 28 Tagen.

Beschwerden und Krankheitsverlauf
Bei 30 bis 40 Prozent der Infizierten kommt es tatsächlich zur Erkrankung, die typischerweise in zwei Phasen verläuft: Zunächst setzt eine grippeähnliche Phase mit hohem Fieber ein, nach dem Abklingen kommt es bei fast einem Drittel der Infizierten zur zweiten Phase, deren wichtigste Verlaufsart die Meningoenzephalitis darstellt, eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute. Es kann aber auch der Herzmuskel oder die Leber von einer Entzündung betroffen sein.

Die Meningoenzephalitis ist eine ausgesprochen gefährliche Erkrankung: Ein bis zwei Prozent der Patienten sterben, drei bis elf Prozent haben bleibende Schäden wie Lähmungen und viele Betroffene brauchen sehr lange, um sich zu erholen, zeigen häufige Kopfschmerzen oder Migräneanfälle. Mediziner haben beobachtet, dass die Krankheit meist umso schwerer verläuft, je älter der Patient ist.

Behandlung
Wie bei den meisten anderen Viruskrankheiten existiert auch hier keine spezifische Behandlung. Lediglich die Symptome können gelindert werden, ohne die Ursache (das FSME- Virus) zu bekämpfen. Vorbeugung durch Impfung ist die einzige Waffe gegen das Virus. Um einen sicheren Impfschutz zu gewährleisten, sind mehrere Impfungen notwendig.

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