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Gehirnerschütterung
Gehirnverletzung
Genital-Verletzung
Giftinformation
Giftnotruf

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Gehirnerschütterung

Die meisten Kinder klettern gern. Unglücklicherweise schätzen Kinder ihre Fähigkeiten nicht immer richtig ein. Kleinere Kinder wollen den größeren Geschwistern folgen, zum Beispiel ins Hochbett oder auf eine steile Sprossenleiter, können dann aber doch nicht mithalten. So passieren Unfälle - die Kinder stürzen von Tischen, Rutschen und Klettergerüsten.

Aber auch Erwachsenen kann schnell ein Unglück passieren, eine kleine Unachtsamkeit und schon ist es geschehen. Die dabei auftretenden Verletzungen sind zum Glück meist harmlos. Aber es ist oft schwierig, dies zu erkennen. Eine Gehirnverletzung ist die schlimmste Folge eines Sturzes oder Schlages auf den Kopf. Die häufigste Verletzung nach Sturz oder Schlag ist die Gehirnerschütterung. Die Patienten sind einen kurzen Moment (wenige Sekunden bis höchstens drei Minuten) bewusstlos, erwachen und können sich nicht an den Unfall erinnern. Sie wirken müde oder benommen, klagen über Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Oftmals erbrechen sie nach ca. 30 Minuten bis 1 Stunde mehrfach.

Gehirnverletzung
Bleibt ein Patient nach einem Sturz längere Zeit bewusstlos, wirkt er verändert (merkwürdig anders als sonst) oder hört es womöglich sogar auf zu atmen, liegt höchstwahrscheinlich eine schwere Verletzung vor. Ertasten Sie am Kopf eine "schwappende" Beule, besteht Verdacht auf einen Schädelbruch. Es ist im ersten Moment sehr schwierig, eine weniger schwere von einer ernsten Kopfverletzung zu unterscheiden. Daher sofort den Notruf verständigen.

Genitalien

Verletzungen der Geschlechtsteile entstehen, wenn man auf einen spitzen Gegenstand stürzt, oder mit gespreizten Beinen auf eine harte Kante prallt. Meist sieht man Blutergüsse, es können aber zusätzlich Verletzungen innerer Organe vorliegen.

Was tun bei Genitalverletzungen?
- Schauen Sie sich die Verletzung genau an : Sehen Sie Blutergüsse oder frische Blutungen?
- Bei stärkeren Blutungen: Ein sauberes Handtuch zwischen die Beine legen und die Beine fest zusammengedrückt halten.
- Versuchen Sie zur Information des Arztes zu schätzen, wie viel Blut Der Patient verloren hat. (Wie viel Blut war auf dem Boden? Wie viele Handtücher waren blutdurchtränkt?)
- Fahren Sie immer, insbesondere wenn das Genital verletzt ist zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf.

Vergiftungen

In Mitteleuropa gibt es eine ganze Reihe zum Teil hochgiftiger Pflanzen und Beeren, die zu schweren Vergiftungserscheinungen mit Bewusstseinstörungen bis zum Herz- Kreislauf- Stillstand führen können. Wenn Sie wissen, dass giftige Substanzen aufgenommen worden sind beobachten Sie die Person genau. Zeigt der Patient noch keine Anzeichen einer Vergiftung, rufen Sie den Gift-Notruf an, und sagen Sie, was verschluckt wurde. Man sagt Ihnen, was Sie tun sollten.

Vergiftungsinformationszentrale:
01/406 43 43

Zeigt das Kind oder der Erwachsene bereits Anzeichen einer Vergiftung, fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf. Nehmen Sie die Ursache der Vergiftung möglichst mit (Medikamente, Reiniger etc.)

Kinder vergiften sich oft zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Sie wollen ihre Umgebung entdecken - und dazu stecken sie vieles in den Mund. Von einem Tag auf den anderen können die Kleinen plötzlich die Hausbar, den Medizinschrank oder den Putzmittelschrank erreichen und öffnen.

Giftinformation:
Rufen Sie im Zweifelsfall die Vergiftungsinformationszentrale im AKH in Wien an! 01/ 406 43 43

Haushaltsreiniger enthalten oft stark ätzende Substanzen. Besonders gefährlich sind Rohr- und WC-Reiniger, bleichende Putzmittel und Spülmittel für den Geschirrspüler, außerdem alle Reinigungssprays. Handspülmittel sind weniger giftig, hier ist der Schaum die Gefahr.

Was tun bei Vergiftungen durch Haushaltsreiniger?
- Öffnen Sie den Mund des Patienten, und versuchen Sie, eventuelle Reste des Mittels auszuspülen oder zu entfernen.
- Der Patient darf keinen Brechreiz bekommen - die ätzende Substanz würde erneut die Speiseröhre passieren und eine zusätzliche Schädigung verursachen.
- Rufen Sie die Giftinformation 01/ 406 43 43 an. Verfahren Sie nach den Anweisungen der Vergiftungsinformationszentrale.
- Wichtig : Wenn Sie zum Arzt / Krankenhaus fahren, nehmen Sie das Putzmittel unbedingt mit, damit die Ärzte gezielt helfen können.

Vergiftung mit Medikamenten,
Zigaretten oder anderen gefährlichen Substanzen
Besonders kleine Kinder interessieren sich für alles: Tabletten, (nennen Sie Tabletten niemals Bonbons"!) Zigaretten, bunt leuchtendes, Lampenöl oder Petroleum, aber auch Zimmerpflanzen und Blumenwasser können einem Kind zum Verhängnis werden. Blätter, Blüten und Beeren im Garten, Park oder Wald werden oftmals in den Mund genommen und geschluckt.

Eine Vergiftung erkennt man an ungewöhnlichem Verhalten wie Erregung, Störungen der Bewegung (unsicherer Gang, Greifen nach unsichtbaren Gegenständen), Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Speichelfluss . Alle diese Symptome sind schon Vergiftungserscheinungen und zwingen zu schnellem, aber ruhigen Handeln.

Was tun bei Vergiftungen durch Medikamente,
Zigaretten oder andere gefährliche Substanzen?
- Mund ausspülen oder öffnen Sie den Mund des Patienten und entfernen Sie alles, was sich noch im Mund befindet.
- Versuchen Sie festzustellen, was und wie viel verschluckt wurde. Falls Sie Reste im Mund entfernt haben: in ein sauberes Taschentuch wickeln und zum Arzt/Krankenhaus mitnehmen.
- Falls der Patient von selbst anfängt zu erbrechen, halten Sie die Atemwege frei.
- Rufen Sie den Gift-Notruf an oder wenn der Patient bereits Anzeichen einer Vergiftung zeigt. Beim Kontakt mit der Giftinformation geben Sie folgende Fakten bekannt: (Immer wieder die fünf Ws)

Was – Um welche Substanz handelt es sich.
Wie viel – Welche Menge wurde verschluckt.
Wer – Angaben zum Betroffenen : Alter, Geschlecht und ev. Körpergewicht.
Wann – Zeitpunkt der Vergiftung
Wo – Ort des Geschehens (Wohnung, Schuppen, Garage, Garten etc. einschließlich Adresse.
Oder fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, rufen Sie den Notruf/Vergiftungszentrale und nehmen Sie die Ursache der Vergiftung möglichst mit (Medikamente, Reiniger etc.).

Was NICHT tun bei Vergiftungen durch Medikamente, Zigaretten oder andere gefährliche Substanzen?
- Niemals Erbrechen auslösen.
- Kein Wasser oder Milch geben - Milch ist kein Gegengift!
Bei vielen Substanzen fördert Milch die Aufnahme des Giftes in den Körper, so dass Vergiftungserscheinungen schneller auftreten können.

Die Unterscheidung zwischen unabsichtlich und absichtlich herbeigeführten Vergiftungen ist insbesondere für die Abschätzung der einwirkenden Giftmenge von Bedeutung. Die im Zuge eines Unfalles verschluckte Giftmenge ist meist nur ein Schluck. Diese Menge wird nur in Fällen mit Vergiftungsabsicht überschritten. Für die therapeutischen Schritte ist die Menge des aufgenommenen Giftes entscheidend.

Vergiftungen über die Atemwege
Das Einatmen von Rauch, Gasen oder giftigen Dämpfen führt von Atemstörungen zur Bewusstlosigkeit und ohne Hilfe zum Tod. Beachten Sie bei Rettungsmaßnahmen den Eigenschutz. Öffnen Sie in verqualmten Räumen die Fenster. Führen Sie den Patienten schnellstmöglich an die frische Luft. Verlassen Sie solche Räume notfalls am Boden kriechend und nutzen Sie Fluchthauben, falls diese zur Verfügung stehen. Wenn der Patient bereits bewusstlos ist, dann machen Sie die Atemwege frei und Überprüfen Sie die Atmung. Führen Sie, wenn keine Vitalfunktionen vorhanden sind, sofort Maßnahmen zur Reanimation (Atemspende und Herzdruckmassage) durch. Machen Sie andere Personen auf die Gefahren aufmerksam und rufen Sie Feuerwehr und Rettungsdienst.

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