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Schädel
Schlaganfall
Schnittwunde
Stichwunden
Schock
Stabile Seitenlage
Sturzverletzung
Schürfwunde
Stromschlag
SOS Talisman

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Schädel

Was tun bei Kopfverletzungen?
Bei Herz- und Atemstillstand sofort mit Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage beginnen und den Notruf verständigen. Lagern Sie den Verunglückten flach, am besten auf dem Boden. bewegen Sie ihn nicht unnötig, auch nicht, um ihn bequemer hinzulegen.

Bei Bewusstlosigkeit auf die Uhr sehen, um die Zeitdauer genau festzuhalten. Durch die Aufregung erscheinen Sekunden wie Minuten.
Bei wachem Patienten Bewusstsein prüfen. Kopf und Oberkörper leicht erhöht lagern.
- Sprechen Sie ruhig mit dem Verunglückten über vertraute Dinge, lassen Sie ihn nicht einschlafen. Stellen Sie einfache Fragen.
- Beobachten Sie genau, während er antwortet. Reagiert er so, wie Sie es kennen, oder finden Sie sein Verhalten ungewöhnlich?
- Falls der Patient anfängt zu erbrechen, unterstützen sie ihn dabei und halten Sie die Atemwege frei.
- Fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf.

Hirnblutung
Schauen Sie dem Patienten in die Augen. Beobachten Sie, ob beide Pupillen gleich groß sind und vielleicht sogar eine schwache Lähmung einer Gesichtshälfte oder sogar Körperhälfte auftritt. Wenn Sie diese Anzeichen feststellten, dann liegt sehr wahrscheinlich eine Hirnblutung vor. – Sollte aus der Nase oder den Ohren eine klare Flüssigkeit (Liquor) austreten, dann besteht die Wahrscheinlichkeit eines Schädelbruches. Ist der Verunglückte schläfrig und dämmert vor sich hin oder lässt sich eine Blutung aus einer Kopfplatzwunde nicht stillen, fahren Sie in allen genanten Fällen nicht selbst zum Arzt oder Krankenhaus, sondern verständigen Sie immer die Rettung!

Schlaganfall

Bei Symptomen wie plötzliche Schwäche, Gefühlsstörung oder Lähmung einer Körperseite sofort die Rettung verständigen. Auch unverständliche Sprache und gestörtes Sprachverständnis sowie Schwindel, Übelkeit, Doppelsichtigkeit und halbseitige Störung der Wahrnehmung sind Anzeichen für einen Schlaganfall und eine Akutversorgung ist sofort in die Wege zu leiten.

Wunden

Was tun bei Wunden?
- Wichtig: immer möglichst sauber arbeiten!
- Stillen Sie die Blutung . Die meisten Blutungen werden nach kurzer Zeit von selbst schwächer oder hören ganz auf. Kalte, feuchte Tücher (z. B. Waschlappen mit kaltem Wasser) fördern die Blutstillung und kleben nicht an der Wunde fest.
- Wenn das Blut spritzt oder pulsiert : Erst die Wunde sauber abdecken (z . B . Kompressen aus dem Verbandkasten, sauberes Handtuch), dann einen Druckverband anlegen.

Druckverband:
Binden Sie eine Verbandrolle mit einem Verband fest auf die Wunde. Oder rollen Sie ein Handtuch kompakt zusammen, und knoten Sie es mit einem weiteren Handtuch fest auf die Wunde. Wichtig ist, dass Druck aufgebaut wird - nicht, dass der Verband perfekt aussieht. Der Druck darf aber nicht so groß sein, dass die Durchblutung ganz unterbrochen wird. Prüfen Sie immer, ob der Puls jenseits des Verbandes tastbar ist. Wenn nicht, lockern Sie den Verband etwas.

- Versuchen Sie zur Information des Arztes zu schätzen, wie viel Blut verloren wurde. (Wie viel Blut war auf dem Boden? Wie viele Handtücher waren blutdurchtränkt?)
- Bei nicht stark blutenden Wunden : Reinigung mit Wund-Desinfektionsmittel (es gibt mittlerweile zahlreiche Produkte, die nicht brennen!).
- Decken Sie jede Wunde sauber ab (Verband, sauberes Handtuch). So wird die Wunde vor Keimen geschützt, und der Patient hat weniger Schmerzen.

Allgemein: Bei jeder Wunde muss vermieden werden, dass Keime in die Wunde eindringen. Sprechen Sie nicht über eine Wunde gebeugt, betasten oder berühren Sie sie nicht unnötig. Wenn vorhanden benützen Sie Handschuhe. Schürfwunden sehen oft gefährlicher aus, als sie sind. Nur die oberste Hautschicht ist verletzt.

Schnittwunden
haben glatte Ränder und bluten stärker. Das sieht zwar gefährlich aus, schwemmt aber die Keime besser aus. Gefährlicher sind Schnittwunden, die durch Fleischmesser oder an fleischhaltigen Konservendosen entstehen, weil Fleisch viele Keime enthält. Machen Sie den Arzt unbedingt immer darauf aufmerksam, wodurch die Verletzung entstanden ist.

Schürfwunden
Dabei werden die oberen Hautschichten beschädigt oder weggerissen. Schürfwunden am besten mit warmem Wasser reinigen und danach mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln. Kleine Wunden mit einem Pflaster abdecken, das nicht zu stark klebt, damit das tägliche Wechseln des Pflasters leichter geht. Es gibt auch spezielle Pflaster die einige Tage auf der Wunde bleiben können und die Heilung fördern. Größere Flächen mit steriler Salbenkompresse oder aluminisiertem Verband abdecken und mit einer lockeren Mullbinde fixieren. Am besten nimmt man dazu elastische Mullbinden.
Auf Schürfwunden soll man kein Puder geben, weil sich unter der Puderkruste Infektionsherde bilden können, die die Wundheilung verzögern. Kommt es zur Infektion der Wunde mit Eiterbildung, dann muss man zum Arzt. Er wird eventuell ein Antibiotikum auf die Wunde, in schwereren Fällen auch zum Einnehmen, verordnen.

Stichwunden

-Vermeiden Sie unnötige Bewegungen des verletzten Körperteils. Bei diesen Verletzungen ist selten die Tiefe abzuschätzen und ob zusätzlich innere Körperteile in Mitleidenschaft gezogen wurden.
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf .
Stichwunden entstehen durch spitze Gegenstände wie Schere, Messer oder Glasscherben. Manchmal bleibt der Gegenstand oder ein Stück davon in der Wunde, halten Sie sich dann an folgende Regeln.

Was tun bei Stichwunden?
- Fremdkörper niemals entfernen. Das Herausziehen kann viel stärkere Blutungen verursachen!
- Große Fremdkörper möglichst nicht bewegen und gegen Bewegung sichern.
- Die Umgebung der Wunde abdecken und polstern (z.B. mit Kissen).
- Damit die Ärzte eventuelle Teile des Fremdkörpers (z. B. Glassplitter) im Röntgenbild entdecken können, vorhandene Reste zum Vergleich mitnehmen.
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf .

Abtrennungswunde
Im Haushalt, beim Heimwerken oder beim Türen auf- und zumachen, können die Finger so schwer gequetscht werden, dass Fingerteile abgetrennt werden. Diese Wunden heißen Abtrennungswunden.

Was tun bei Abtrennungswunden?
- Schauen Sie sich die Verletzung genau an: Fehlt ein Stück des betroffenen Gliedes?
- Wenn ja : finden Sie es, packen Sie es in eine saubere Plastiktüte, und verschließen Sie diese. Packen Sie die verschlossene Tüte in eine zweite Tüte, die Sie mit Wasser und Eis füllen . Auf keinen Fall darf der abgetrennte Körperteil direkt mit Eis in Berührung kommen. Im Notfall genügt auch die Lagerung im Kühlschrank.
- Legen Sie einen Verband an, oder wickeln Sie die Wunde in saubere Handtücher. So wird sie vor Keimen geschützt, und der Patient hat weniger Schmerzen.
- Verständigen Sie die nächste Rettungsstelle.

Schock


Unter Schock" wird der Versuch des Körpers verstanden, mit schweren Krankheitsbildern fertig zu werden - bis hin zum Versagen der körpereigenen Ausgleichsmaßnahmen. Ein Schock kann zum Beispiel als Folge eines schwerwiegenden Blutverlustes entstehen oder durch Flüssigkeitsverlust bei Brechdurchfall hervorgerufen werden.
Für den Laien ist es sehr schwierig, einen Schockzustand zu erkennen, es gibt kein eindeutiges Zeichen.
Auffällige Veränderungen, bei denen Sie nach einem Unfall einen Schock vermuten sollten :
- Schnelles Atmen.
- Ungewöhnlich schneller Herzschlag, der zunächst gut, dann immer schlechter zu tasten ist.
- Gräulich-bläuliche Hautfarbe .
- Kühle Unterarme und Unterschenkel .
- Plötzlich auftretende Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Gleichgültigkeit .
- Bei Kindern klägliches Jammern statt kräftigem Schreien .
- Rasender Puls (=sehr schneller Herzschlag) .
- Langsamer Herzschlag, z.B. wie der Sekundentakt .
- Atempausen (der Patient macht zwischen den normalen Atemzügen immer wieder längere Pausen, in denen er nicht atmet) .

Was tun bei Schock?
- Bei akuten Blutungen: Blutstillung.
- Schocklage herstellen: Kopf und Oberkörper flach auf den Boden, Beine über Herzhöhe hoch lagern. Das Blut aus den Beinen wird dadurch wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt. So verbessern Sie die Versorgung der lebenswichtigen Organe.
- Sprechen Sie ruhig mit dem Patienten - lassen Sie Ihn nicht alleine und verhindern Sie dass er einschläft.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Atmung und Puls.
- Vorsicht bei Erbrechen! Achten Sie darauf, dass der Mund geöffnet ist und der Patient auf der Seite liegt, so dass das Erbrochene nicht in die Atemwege gelangt.
- Lockern Sie beengende Kleidung und wärmen Sie den Patienten indem Sie ihn zudecken.
- Verständigen Sie den Notruf.

Die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit

Unter stabiler Seitenlage versteht man eine spezielle Lagerung bei bewusstlosen Patienten. Diese Lagerung schützt den Bewusstlosen vor Verstopfung der Atemwege durch seine eigene Zunge, Speichel oder Erbrochenes. Eine korrekte Seitenlage durchzuführen lernen Sie am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs!

Wann sollten Sie einen Menschen in die stabile Seitenlage bringen?
Bei Bewusstlosigkeit - Atmung und Herzschlag sind normal, aber der Verunglückte reagiert nicht auf Ansprache. Wenn Sie Beine oder Arme hochheben, sind diese ganz schlaff.

Bei Säuglingen und Kleinkindern :
- Legen Sie das Kind auf den Bauch.
- Drehen Sie den Kopf auf die Seite.
- Öffnen Sie den Mund des Kindes.

Beim Erwachsenen oder dem Kind ab etwa drei Jahren:
- Knien Sie an der Seite des auf dem Rücken liegenden Patienten.
- Heben Sie die Hüfte des Verunglückten etwas an und schieben Sie den auf der Helferseite liegenden Arm unter seine Hüfte.
- Das Bein auf der Helferseite anwinkeln, so dass der Fuß auf dem Boden steht.
- Den zweiten Arm auf der dem Helfer gegenüberliegenden Seite auf die Brust legen.
- Fassen Sie den Patienten an der Ihnen gegenüberliegenden Schulter und Hüfte und drehen ihn zu sich her auf die Seite.
- Die oben liegende Hand unter das Kinn schieben, den Kopf dabei vorsichtig leicht nach hinten biegen, den Mund öffnen.
- Den unteren Arm hervorziehen, so dass der Verunglückte nicht mehr darauf liegt.
- Überprüfen Sie die Atmung, korrigieren Sie gegebenenfalls die Kopfhaltung. Vorsicht, wenn eine Wirbelsäulenverletzung zu befürchten ist. In diesem Fall soll ein Helfer den Kopf mit dem Körper mitbewegen.

Sturzverletzungen

Die meisten Kinder klettern gern. Unglücklicherweise schätzen Kinder ihre Fähigkeiten nicht immer richtig ein. Kleinere Kinder wollen den größeren Geschwistern folgen, zum Beispiel ins Hochbett oder auf eine steile Sprossenleiter, können dann aber doch nicht mithalten. So passieren Unfälle - die Kinder stürzen von Tischen, Rutschen und Klettergerüsten.

Aber auch Erwachsenen kann schnell ein Unglück passieren, eine kleine Unachtsamkeit und schon ist es geschehen. Die dabei auftretenden Verletzungen sind zum Glück meist harmlos. Aber es ist oft schwierig, dies zu erkennen. Eine Gehirnverletzung ist die schlimmste Folge eines Sturzes oder Schlages auf den Kopf. Die häufigste Verletzung nach Sturz oder Schlag ist die
Gehirnerschütterung. Die Patienten sind einen kurzen Moment (wenige Sekunden bis höchstens drei Minuten) bewusstlos, erwachen und können sich nicht an den Unfall erinnern. Sie wirken müde oder benommen, klagen über Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Oftmals erbrechen sie nach ca. 30 Minuten bis 1 Stunde mehrfach. Bleibt ein Patient nach einem Sturz längere Zeit bewusstlos, wirkt er verändert (merkwürdig anders als sonst) oder hört es womöglich sogar auf zu atmen, liegt höchstwahrscheinlich eine schwere Verletzung vor. Ertasten Sie am Kopf eine schwappende" Beule, besteht Verdacht auf einen Schädelbruch. Es ist im ersten Moment sehr schwierig, eine weniger schwere von einer ernsten Kopfverletzung zu unterscheiden.

Strom-Unfälle

Kinder werden von Steckdosen und elektrischen Geräten magisch angezogen - vielleicht gerade weil das Berühren von den Eltern verboten wird. Aber auch Erwachsenen kann Unvorsichtigkeit zum Verhängnis werden. Viel zu viele Stromquellen sind nicht sicher. Unfälle mit elektrischem Strom sind besonders gefährlich, wenn Wasser mit im Spiel ist (nasser Boden, Haartrockner fällt in die Badewanne). Bei Elektrounfällen können Herzrhythmus-Störungen auftreten: Es wird weniger oder kein Blut und damit zuwenig Sauerstoff im Körper transportiert. Dieser Zustand kann nach wenigen Minuten zum Tod führen.
Eine weitere Gefahr sind sichtbare Verletzungen, die wie Verbrennungen aussehen. Dabei kann sich aber hinter kleinen Brandmalen eine viel schwerere innere Verletzung verbergen!

Was tun bei Strom-Unfällen?
- Bei Herz- und Atemstillstand direkt mit Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage beginnen.
- Sofort den Notruf verständigen.
- Bei jeder Stromverletzung sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen, denn manchmal treten Herzrhythmus-Störungen erst später auf.
Das Herz des Patienten muss unbedingt mit einem EKG genau untersucht werden.

SOS Talisman

Wenn Sie bei einer Ihnen unbekannten Person „Erste Hilfe“ leisten und der Betroffene kann nicht antworten, oder ist bewusstlos, untersuchen Sie seine Taschen. (Bei Verdacht auf Drogenmissbrauch auf Spritzen achten) Medikamente, Dosieraerosole, Insulin- Pen geben Aufschluss über den Patienten. Vielleicht finden Sie auch Hinweise auf einen Arzt- oder Krankenhaustermin oder einen Notfallausweis der auf eine Allergie, auf Zuckerkrankheit, eine Herzkrankheit oder Epilepsie hinweist. Eine Notfall – Kette oder Armband, sowie ein „SOS Talisman“ können weitere wichtige Hinweise auf die Art des Notfalles sein. Geben Sie diese Warnhinweise an den Rettungsdienst weiter.

Sollten Sie selbst in irgendeiner Form zu den Risikogruppen gehören, dann besorgen Sie sich z.B bei www.amazon.at, www.notfallkette.at, www.notfallmarke.de eine Notfallkette, ein Armband oder einen SOS Talisman. So kann auch Ihnen gezielt geholfen werden.
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