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Verätzung
Verbandkasten
Verbrennung
Verbrühung
Vergiftung
Verrenkung
Verschlucken
Verstauchung

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Verätzungen

Beim Arbeiten, Basteln oder Spielen können sich Kinder oder Erwachsenen durch ätzende Flüssigkeiten auf der Haut oder im Auge verletzen.

Was tun bei Verätzungen?
- Wieder, wie immer Ruhe bewahren und den Verunglückten beruhigen.
- Ist ein Auge oder beide Augen betroffen unbedingt sofort mit reichlich fließendem Wasser spülen! Wenn nur ein Auge in Kontakt mit ätzenden Substanzen gekommen ist, dabei das andere Auge, Mund und Nase vor dem Spülwasser schützen.
- Bei Haut-Verätzungen entfernen Sie die Kleidung und spülen Sie die betroffenen Stellen mit kühlem Wasser (ca. 20° C) ab.
Achtung bei Verätzungen durch Kalk muss mit Salzwasser gespült werden.
- Wickeln Sie die verletzen Stellen zum Transport in saubere, triefnasse Tücher (z. B. frische Handtücher), oder legen Sie triefnasse Verbände an. - Geben Sie nichts zu essen oder zu trinken!
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf.

Verbandkasten

Wichtig für jeden Haushalt:
Verbandkasten!
Bewahren Sie Medikamente und Verbandmaterial getrennt auf! Der Verbandkasten in Ihrer Wohnung sollte keine Tabletten, Dragees, Tropfen, Zäpfchen oder andere Medikamente enthalten. Dann können Sie ihn auch an einem für ältere Kinder zugänglichen Ort aufbewahren. Gut geeignet sind Küche, Vorraum, oder andere gut erreichbare Plätze.

Jedes Kind und jeder Erwachsene sollte den Platz, an dem sich der „Erste Hilfe Kasten“ befindet, genau kennen und erreichen können. Bewahren Sie bitte zusätzlich stets ein Kühlkissen im Tiefkühlfach auf.

Was gehört in den Verbandkasten?
- Heftpflaster
- Wundschnellverband (Heftpflaster mit Mullkissen als Wundauflage für kleine, nicht stark blutende Wunden)
- Verbandpäckchen (Mullbinde mit größerer saugfähiger Wundauflage für größere, stärker blutende Wunden)
- Mullbinden - Fixierbinden
- Elastische Binden
- Dreiecktuch
- Fingerkuppenverband
- Einmalhandschuhe
- Verbandschere
- Rettungsfolie
- Haut- und Schleimhautdesinfektionsmittel

Ein besonders guter „Erste Hilfe Kasten“ sollte auch noch mit einem Beatmungs-Tuch oder Maske, einer Löschdecke und mit Brandfluchthauben- oder Masken komplettiert werden.

Verbrennung und Verbrühung

Eine Verletzung, die durch heiße Flüssigkeit oder Dampf hervorgerufen wird, bezeichnet man als Verbrühung. Eine Verletzung durch offene Flammen nennt man Verbrennung. Verletzungen durch elektrischen Strom verursachen ebenfalls Verbrennungen, die meist sehr tief sind.
Verbrennungen werden in drei Schweregrade eingeteilt:

Verbrennungen 1. Grades:
Sie sehen nur eine Hautrötung wie z. B. bei einem Sonnenbrand. Der Patient hat Schmerzen.

Verbrennungen 2 . Grades:
Sie sehen Hautrötung und mit Flüssigkeit gefüllte Blasen. In diesem Fall hat der Patient starke Schmerzen.

Verbrennungen 3. Grades:
Alle Hautschichten sind betroffen. Dies Stellen sehen meist weiß-wachsfarben oder verkohlt aus und verursachen keine Schmerzen, da die Hautnerven zerstört sind. Eine ärztliche, chirurgische Versorgung ist nötig.

Achtung: Da die Hitzeeinwirkung nicht überall gleichmäßig ist, finden sich meist mehrere Verbrennungsstadien beim selben Verletzten, und er leidet starke Schmerzen. Kindliche Haut ist sehr viel empfindlicher als die Haut eines erwachsenen Menschen. Kinder empfinden Temperaturen als heiß", die Erwachsene als lauwarm" bezeichnen würden. Darum ist es wichtig, die Zeitspanne, in der Hitze auf die Haut einwirken kann, so kurz wie möglich zu halten - sorgen Sie schnell für Kühlung!

Verbrennung
Verbrennungen entstehen durch offene Flammen wie Kerzen, Feuerzeuge, Kohleöfen oder offene Kamine. Kleidung aus leicht entflammbaren Kunstfasern vergrößert die Gefahr (bereits beim Kauf der Kleidung auf Brennbarkeit achten. Baumwolle und Wolle sind nur schwer entflammbar). Auch Knallkörper (Silvester!) können Verbrennungen verursachen.

Was tun bei Verbrennungen?
- Ziehen Sie die eingebrannte Kleidung aus, aber nie mit Gewalt entfernen!
- Stellen Sie den Verunglückten in die Dusche oder Badewanne, und duschen Sie ihn kühlem Wasser (ca. 20° C) ab. (Achten Sie bitte immer darauf, dass der Wasserstrahl so sanft wie möglich ist, damit vermeiden Sie zusätzliche Verletzungen und Schmerzen)
- Kühlen Sie die verbrannten Körperregionen unter Wasser mindestens 20 Minuten lang.
- Nichts mehr zu essen oder zu trinken für den Patienten!
- Wickeln Sie die verbrannten Körperteile in eine Rettungsfolie aus dem Verbandkasten (die goldene Seite zur Wunde), legen Sie Verbände an oder wickeln Sie den Patienten in saubere Tücher (z.B. frische Handtücher).
- Ist die Verbrennung auf einen Körperteil begrenzt (Arm, Hand, Fuß), reicht es, nur diesen unter Wasser zu kühlen und dann zu verbinden.
- Fahren Sie zum nächsten Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf. Wichtig: Impfbuch mitnehmen, u. a. wegen Tetanusschutz!

Bei großflächigen Verbrühungen oder Verbrennungen immer den Notruf wählen.

Was NICHT tun bei Verbrühungen oder Verbrennungen?
- Brandsalben, Brandbinden, Öl : Verhindern den Sauerstoffzutritt zur geschädigten Haut, halten die Hitze im Gewebe fest, ermöglichen ein „Nachbrennen" und verschlimmern daher die Verbrühung.
- Mehl oder Puder: Verklebt die Wunden, muss erst mühsam - für den Patienten schmerzhaft aus den Wunden gewaschen werden.
-Zahnpasta, Heilpflanzenöl, Tigerbalm: Verkleben ebenfalls die Wunden, verursachen zusätzliche Verätzungen.
- Salzwasser: Brennt in den frischen Wunden, fügt unnötige Schmerzen zu. - Eis oder Eiswasser: Kühlt im ersten Moment gut, der Schmerz scheint zu verschwinden - aber: es kommt zu einer stärkeren Durchblutung der betroffenen Stelle, die Schmerzen werden viel schlimmer. Bei starker Kühlung der verletzten Haut kann zusätzlich ein Kälteschaden auftreten.

Verbrühung

Verbrühungen entstehen durch heiße Flüssigkeit oder das Berühren heißer Gegenstände . Vor allem Kinder wollen ihre Umgebung erforschen, ziehen Tassen mit heißen Getränken vom Tisch, Töpfe mit brodelnder Flüssigkeit vom Herd, greifen nach dem Bügeleisen oder Wasserkocher.

Was tun bei Verbrühungen:
- Ruhe bewahren und den Patienten beruhigen.
- Entfernen Sie die Kleidung an den betroffenen Stellen.
- Kühlen Sie die verbrühten Körperregionen unter Wasser (ca. 20°) mindestens 20 Minuten lang.
- Wickeln Sie die betroffenen Stellen in eine Rettungsfolie aus dem Verbandkasten (die goldene Seite zur Wunde), legen Sie Verbände an oder verwenden Sie saubere Tücher (z .B. frische Handtücher).
- Nichts zu essen oder trinken geben!
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf. Wichtig: Impfbuch mitnehmen, u.a. wegen Tetanusschutz!
- Bei großflächigen Verbrühungen immer den Notruf wählen.
- Beachten Sie die Reihenfolge der Maßnahmen. Sie verhindern ein Nachbrennen" (= Fortdauer der Hitzewirkung im Gewebe) und begrenzen das Verletzungsausmaß.

Gift

In Mitteleuropa gibt es eine ganze Reihe zum Teil hochgiftiger Pflanzen und Beeren, die zu schweren Vergiftungserscheinungen mit Bewusstseinstörungen bis zum Herz- Kreislauf- Stillstand führen können. Wenn Sie wissen, dass giftige Substanzen aufgenommen worden sind beobachten Sie die Person genau. Zeigt der Patient noch keine Anzeichen einer Vergiftung, rufen Sie den Gift-Notruf an, und sagen Sie, was verschluckt wurde. Man sagt Ihnen, was Sie tun sollten.

Vergiftungsinformationszentrale: 01/406 43 43

Zeigt das Kind oder der Erwachsene bereits Anzeichen einer Vergiftung, fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf. Nehmen Sie die Ursache der Vergiftung möglichst mit (Medikamente, Reiniger etc.)

Kinder vergiften sich oft zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Sie wollen ihre Umgebung entdecken - und dazu stecken sie vieles in den Mund. Von einem Tag auf den anderen können die Kleinen plötzlich die Hausbar, den Medizinschrank oder den Putzmittelschrank erreichen und öffnen.

Giftinformation:
Rufen Sie im Zweifelsfall die Vergiftungsinformationszentrale im AKH in Wien an! 01/ 406 43 43

Haushaltsreiniger enthalten oft stark ätzende Substanzen. Besonders gefährlich sind Rohr- und WC-Reiniger, bleichende Putzmittel und Spülmittel für den Geschirrspüler, außerdem alle Reinigungssprays. Handspülmittel sind weniger giftig, hier ist der Schaum die Gefahr.

Was tun bei Vergiftungen durch Haushaltsreiniger?
- Öffnen Sie den Mund des Patienten, und versuchen Sie, eventuelle Reste des Mittels auszuspülen oder zu entfernen.
- Der Patient darf keinen Brechreiz bekommen - die ätzende Substanz würde erneut die Speiseröhre passieren und eine zusätzliche Schädigung verursachen.
- Rufen Sie die Giftinformation 01/ 406 43 43 an. Verfahren Sie nach den Anweisungen der Vergiftungsinformationszentrale.
- Wichtig : Wenn Sie zum Arzt / Krankenhaus fahren, nehmen Sie das Putzmittel unbedingt mit, damit die Ärzte gezielt helfen können.

Vergiftung mit Medikamenten,
Zigaretten oder anderen gefährlichen Substanzen
Besonders kleine Kinder interessieren sich für alles: Tabletten, (nennen Sie Tabletten niemals Bonbons"!) Zigaretten, bunt leuchtendes, Lampenöl oder Petroleum, aber auch Zimmerpflanzen und Blumenwasser können einem Kind zum Verhängnis werden. Blätter, Blüten und Beeren im Garten, Park oder Wald werden oftmals in den Mund genommen und geschluckt.

Eine Vergiftung erkennt man an ungewöhnlichem Verhalten wie Erregung, Störungen der Bewegung (unsicherer Gang, Greifen nach
unsichtbaren Gegenständen), Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Speichelfluss . Alle diese Symptome sind schon Vergiftungserscheinungen und zwingen zu schnellem, aber ruhigen Handeln.

Was tun bei Vergiftungen durch Medikamente,
Zigaretten oder andere gefährliche Substanzen?
- Mund ausspülen oder öffnen Sie den Mund des Patienten und entfernen Sie alles, was sich noch im Mund befindet.
- Versuchen Sie festzustellen, was und wie viel verschluckt wurde. Falls Sie Reste im Mund entfernt haben: in ein sauberes Taschentuch wickeln und zum Arzt/Krankenhaus mitnehmen.
- Falls der Patient von selbst anfängt zu erbrechen, halten Sie die Atemwege frei.
- Rufen Sie den Gift-Notruf an oder wenn der Patient bereits Anzeichen einer Vergiftung zeigt. Beim Kontakt mit der Giftinformation geben Sie folgende Fakten bekannt: (Immer wieder die fünf Ws)

Was – Um welche Substanz handelt es sich.
Wie viel – Welche Menge wurde verschluckt.
Wer – Angaben zum Betroffenen : Alter, Geschlecht und ev.
Körpergewicht.
Wann – Zeitpunkt der Vergiftung
Wo – Ort des Geschehens (Wohnung, Schuppen, Garage, Garten
etc. einschließlich Adresse.
Oder fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, rufen Sie den Notruf/Vergiftungszentrale und nehmen Sie die Ursache der Vergiftung möglichst mit (Medikamente, Reiniger etc.).

Was NICHT tun bei Vergiftungen durch Medikamente, Zigaretten oder andere gefährliche Substanzen?
- Niemals Erbrechen auslösen.
- Kein Wasser oder Milch geben - Milch ist kein Gegengift!
Bei vielen Substanzen fördert Milch die Aufnahme des Giftes in den Körper, so dass Vergiftungserscheinungen schneller auftreten können.

Die Unterscheidung zwischen unabsichtlich und absichtlich herbeigeführten Vergiftungen ist insbesondere für die Abschätzung der einwirkenden Giftmenge von Bedeutung. Die im Zuge eines Unfalles verschluckte Giftmenge ist meist nur ein Schluck. Diese Menge wird nur in Fällen mit Vergiftungsabsicht überschritten. Für die therapeutischen Schritte ist die Menge des aufgenommenen Giftes entscheidend.

Vergiftungen über die Atemwege
Das Einatmen von Rauch, Gasen oder giftigen Dämpfen führt von Atemstörungen zur Bewusstlosigkeit und ohne Hilfe zum Tod. Beachten Sie bei Rettungsmaßnahmen den Eigenschutz. Öffnen Sie in verqualmten Räumen die Fenster und schließen Sie die Türen. Führen Sie den Patienten schnellstmöglich an die frische Luft. Verlassen Sie solche Räume notfalls am Boden kriechend und nutzen Sie Fluchthauben, falls diese zur Verfügung stehen. Wenn der Patient bereits bewusstlos ist, dann machen Sie die Atemwege frei und Überprüfen Sie die Atmung. Führen Sie, wenn keine Vitalfunktionen vorhanden sind, sofort Maßnahmen zur Reanimation (Atemspende und Herzdruckmassage) durch. Machen Sie andere Personen auf die Gefahren aufmerksam und rufen Sie Feuerwehr und Rettungsdienst.

Verrenkung

Bei einer Verrenkung dreht sich ein Knochen aus einem Gelenk. Verrenkungen treten am häufigsten an Schulter, Knie und Ellenbogen auf, z . B . wenn ein Gelenk gewaltsam in eine Richtung verdreht wird, bei einem heftigen Zug am Arm oder auch durch einen Sturz. Oft ist das Gelenk unnatürlich verdreht, kann nicht normal bewegt werden und schwillt rasch an.

Was tun bei Verrenkung?
-Vermeiden Sie unnötige Bewegungen des verletzten Körperteils .
- Warten Sie, bis der erste Schreck abgeklungen ist, und untersuchen Sie die Verletzung noch einmal .
- Bestehen starke Schmerzen oder kann der Verunglückte die verletzte Stelle nicht bewegen, legen Sie einen stützenden Verband an (z. B. Dreieckstuch bei Verletzung am Arm).
- Versuchen Sie nicht, Beine notdürftig zu schienen, Sie fügen nur unnötige Schmerzen zu.
- Nicht versuchen, den verletzten Körperteil selbst wieder einzurenken: so können zusätzliche Verletzungen entstehen.
- Entfernen Sie beengende Kleidungsstücke . Eine Schwellung kann rasch größer werden und späteres Ausziehen schmerzhaft oder unmöglich machen. Zuerst den unverletzten Körperteil und dann vorsichtig die verletzte Seite vom Kleidungsstück befreien.
- Versuchen Sie, die verrenkte Stelle möglichst bequem und schmerzfrei zu lagern: Dreieckstuch, Kissen, den Arm mit dem anderen Arm fest halten oder Helfer halten den verletzen Körperteil fest.
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf .

Nur beim Kleinkind - Ellenbogenverrenkung -
Im Kleinkindalter gibt es eine Sonderform der Verrenkung, die eigentlich gar keine echte Verrenkung ist. Es ist immer nur der Ellbogen betroffen, und zwar bei Kindern bis zu ca. sechs Jahren. Die Verletzung entsteht durch plötzliches heftiges Ziehen am Arm: das Kind an der Hand der Mutter stolpert, die Mama reißt es hoch. Oder ältere Geschwister ziehen das kleinere Kind ruckartig. Die Verletzung erkennt man daran, dass das Kind den Arm leicht gebeugt herunterhängen lässt, ihn nur wenig spontan bewegt. Es kann nicht fest zugreifen (z. B. nach Spielzeug). Das Kind klagt nicht über Schmerzen, solange der Arm ruhig gehalten wird, vielleicht spielt es sogar, wobei es aber nur den gesunden Arm benutzt. Wenn Sie aber versuchen, die Handfläche nach oben zu drehen, schreit es vor Schmerz.

Was tun bei Ellenbogenverrenkung?
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
- Nicht versuchen, den Arm selbst wieder einzurenken: so können zusätzliche Verletzungen entstehen.
-Vermeiden Sie unnötige Bewegungen am verletzten Arm, Sie fügen dem Kind unnötige Schmerzen zu .
- Fahren Sie direkt zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder verständigen Sie den Notruf.

Verschlucken

Verschlucken - Speiseröhre / Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt
Manchmal verschlucken Kinder oder Erwachsene aus Versehen oder im Spiel kleine Gegenstände. Glücklicherweise passieren die meisten Fremdkörper ungehindert – und ohne Verletzungen hervorzurufen - den Magen-Darm-Trakt und tauchen nach zwei bis fünf Tagen (manchmal auch noch später) unversehrt im Stuhl auf. Aber es besteht die Gefahr, dass der Fremdkörper in der Speiseröhre hängen bleibt.

Was tun bei Verschlucken –
Speiseröhre / Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt?
- Fragen Sie den Patienten, ob er ein ungutes, störendes Gefühl im Hals hat.
- Beobachten Sie, ob Erbrechen oder ein Brechreiz auftritt.
- Achten Sie auf vermehrten Speichelfluss .
- Beobachten Sie, ob gehäuft geschluckt wird.
- Falls diese oder ähnliche Beschwerden bestehen : Fahren Sie sofort zum nächsten Arzt/Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf.
- Hat der Patient nach dem Verschlucken eines Gegenstands keine Beschwerden, fragen Sie beim Arzt oder im Krankenhaus nach, ob eine Gefahr von dem verschluckten Fremdkörper ausgeht.

Bei Verdacht auf Verschlucken von Knopfzellbatterien, spitzen Gegenständen und Näh- oder Stecknadeln immer den Arzt aufsuchen.

Verstauchung

Was tun bei Prellung,
Bluterguss, Verstauchung, Knochenbruch?
- Vorsichtig beengende Kleidungsstücke (Schuhe, Strümpfe) oder Ringe und Armbänder von einer verletzten Hand entfernen. Eine Schwellung kann rasch größer werden und späteres Ausziehen schmerzhaft oder unmöglich machen.
- Bei Verletzungen an Armen und Beinen zuerst das unverletzte Körperteil und dann vorsichtig das verletzte Glied vom Kleidungsstück befreien.
- Die Verletzung genau betrachten : Bestehen verdächtige Beulen, Schwellungen oder sogar eine offene Wunde? Offene Wunden mit Kompressen aus dem Verbandkasten verbinden oder abdecken (sauberes Handtuch).
- Bei deutlich sichtbarer Fehlstellung an Arm oder Bein : Rufen Sie den Notruf an!
- Liegt keine deutlich sichtbare Fehlstellung vor : Machen Sie kalte feuchte Wickel, oder kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlkissen, mit zerstoßenem Eis oder tief gefrorenen Erbsen in einer Plastiktüte (in ein Tuch einwickeln).
- Kälte hilft, den Bluterguss klein zu halten, und lindert Schmerzen. Der Verunglückte sollte die Kühlung als angenehm empfinden.
Sehr oft können diese Verletzungen vom Laien nicht zugeordnet werden, daher ist meist eine Abklärung durch den Arzt und eventuelles Röntgen notwendig.

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