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Wespenstich
Wunden
Wundstarrkrampf

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Wespenstich

Sie sehen eine rundliche rote Verletzung ohne Stachel.
- Malen Sie mit einem Stift einen Kreis um die rote Stelle, so dass Sie beurteilen können, ob die Rötung größer wird.
- Kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlkissen (in ein Tuch einschlagen!) oder einem kalten, nassen Lappen.
- Bei Stichen im Mundraum Eis lutschen lassen. Falls kein Eis vorhanden ist, legen Sie kalte Umschläge um den Hals. Auf jeden Fall sofort die Rettung verständigen - Erstickungsgefahr!
- Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion ebenfalls.

Wunden

Allgemein: Bei jeder Wunde muss vermieden werden, dass Keime in die Wunde eindringen. Sprechen Sie nicht über eine Wunde gebeugt, betasten oder berühren Sie sie nicht unnötig. Wenn vorhanden benützen Sie Handschuhe. Schürfwunden sehen oft gefährlicher aus, als sie sind. Nur die oberste Hautschicht ist verletzt.
Schnittwunden haben glatte Ränder und bluten stärker. Das sieht zwar gefährlich aus, schwemmt aber die Keime besser aus. Gefährlicher sind Schnittwunden, die durch Fleischmesser oder an fleischhaltigen Konservendosen entstehen, weil Fleisch viele Keime enthält. Machen Sie den Arzt unbedingt immer darauf aufmerksam, wodurch die Verletzung entstanden ist.

Platzwunden, Quetschwunden und Risswunden sind die häufigsten Wund-Verletzungen. Platzwunden am Kopf bluten zuerst stark, die Blutung hört aber oft nach kurzer Zeit von selbst auf. Platzwunden gehören aber je nach Größe, meist genäht, darüber entscheidet der Arzt.

Kratzwunden und Bisswunden stammen meist von Tieren oder anderen Kindern. Sie sind praktisch immer mit Keimen verschmutzt (auch wenn es nicht so aussieht) und müssen besonders sorgfältig behandelt werden. Bei Hundebissen beim Halter des Tieres unbedingt Information über die Tollwutimpfung einholen. (Impfbuch des Tieres einpacken)

Was tun bei Wunden?
- Wichtig: immer möglichst sauber arbeiten!
-Stillen Sie die Blutung . Die meisten Blutungen werden nach kurzer Zeit von selbst schwächer oder hören ganz auf. Kalte, feuchte Tücher (z. B. Waschlappen mit kaltem Wasser) fördern die Blutstillung und kleben nicht an der Wunde fest.
- Wenn das Blut spritzt oder pulsiert : Erst die Wunde sauber abdecken (z . B . Kompressen aus dem Verbandkasten, sauberes Handtuch), dann einen Druckverband anlegen.

Druckverband:
Binden Sie eine Verbandrolle mit einem Verband fest auf die Wunde. Oder rollen Sie ein Handtuch kompakt zusammen, und knoten Sie es mit einem weiteren Handtuch fest auf die Wunde. Wichtig ist, dass Druck aufgebaut wird - nicht, dass der Verband perfekt aussieht. Der Druck darf aber nicht so groß sein, dass die Durchblutung ganz unterbrochen wird. Prüfen Sie immer, ob der Puls jenseits des Verbandes tastbar ist. Wenn nicht, lockern Sie den Verband etwas.
- Versuchen Sie zur Information des Arztes zu schätzen, wie viel Blut verloren wurde. (Wie viel Blut war auf dem Boden? Wie viele Handtücher waren blutdurchtränkt?)
- Bei nicht stark blutenden Wunden : Reinigung mit Wund-Desinfektionsmittel (es gibt mittlerweile zahlreiche Produkte, die nicht brennen!).
- Decken Sie jede Wunde sauber ab (Verband, sauberes Handtuch). So wird die Wunde vor Keimen geschützt, und der Patient hat weniger Schmerzen.

Was NICHT tun bei Wunden?
- Bei jeder Wunde muss vermieden werden, dass Keime in die Wunde eindringen. Sprechen Sie nicht über eine Wunde gebeugt, betasten oder berühren Sie sie nicht unnötig.

Stichwunden
-Vermeiden Sie unnötige Bewegungen des verletzten Körperteils. Bei diesen Verletzungen ist selten die Tiefe abzuschätzen und ob zusätzlich innere Körperteile in Mitleidenschaft gezogen wurden.
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf .
Stichwunden entstehen durch spitze Gegenstände wie Schere, Messer oder Glasscherben. Manchmal bleibt der Gegenstand oder ein Stück davon in der Wunde, halten Sie sich dann an folgende Regeln.

Was tun bei Stichwunden?
- Fremdkörper niemals entfernen. Das Herausziehen kann viel stärkere Blutungen verursachen!
- Große Fremdkörper möglichst nicht bewegen und gegen Bewegung sichern.
- Die Umgebung der Wunde abdecken und polstern (z.B. mit Kissen).
- Damit die Ärzte eventuelle Teile des Fremdkörpers (z. B. Glassplitter) im Röntgenbild entdecken können, vorhandene Reste zum Vergleich mitnehmen.
- Fahren Sie zum nächsten Arzt/ Krankenhaus, oder rufen Sie den Notruf .

Abtrennungswunde
Im Haushalt, beim Heimwerken oder beim Türen auf- und zumachen, können die Finger so schwer gequetscht werden, dass Fingerteile abgetrennt werden. Diese Wunden heißen Abtrennungswunden.

Was tun bei Abtrennungswunden?
- Schauen Sie sich die Verletzung genau an: Fehlt ein Stück des betroffenen Gliedes?
- Wenn ja : finden Sie es, packen Sie es in eine saubere Plastiktüte, und verschließen Sie diese. Packen Sie die verschlossene Tüte in eine zweite Tüte, die Sie mit Wasser und Eis füllen . Auf keinen Fall darf der abgetrennte Körperteil direkt mit Eis in Berührung kommen. Im Notfall genügt auch die Lagerung im Kühlschrank.
- Legen Sie einen Verband an, oder wickeln Sie die Wunde in saubere Handtücher. So wird sie vor Keimen geschützt, und der Patient hat weniger Schmerzen.
- Verständigen Sie die nächste Rettungsstelle.

Schürfwunden
Dabei werden die oberen Hautschichten beschädigt oder weggerissen. Schürfwunden am besten mit warmem Wasser reinigen und danach mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln. Kleine Wunden mit einem Pflaster abdecken, das nicht zu stark klebt, damit das tägliche Wechseln des Pflasters leichter geht. Es gibt auch spezielle Pflaster die einige Tage auf der Wunde bleiben können und mit speziellen Mitteln die Heilung fördern. Größere Flächen mit steriler Salbenkompresse oder aluminisiertem Verband abdecken und mit einer lockeren Mullbinde fixieren. Am besten nimmt man dazu elastische Mullbinden.
Auf Schürfwunden soll man kein Puder geben, weil sich unter der Puderkruste Infektionsherde bilden können, die die Wundheilung verzögern. Kommt es zur Infektion der Wunde mit Eiterbildung, dann muss man zum Arzt. Er wird eventuell ein Antibiotikum auf die Wunde, in schwereren Fällen auch zum Einnehmen, verordnen.


Wundstarrkrampf

TETANUS (WUNDSTARRKRAMPF)

Erreger:
Toxine von Clostridium tetani, einem Bakterium. Infektionsquelle: Erdreich, Staub, tierische oder menschliche Ausscheidungen.
Übertragung:
Wundverschmutzung; klassisch ist die so genannte „Bagatellverletzung“, d. h. kleine bis kleinste Wunden, die verschmutzt sind.
Inkubationszeit:
Wenige Tage bis zu mehreren Wochen.
Krankheitsbild:
Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Abgeschlagenheit, Schwitzen, später dann Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden, allgemeine Krampfneigung, Kreislaufprobleme und letztlich Atemstillstand. Die Erkrankung ist äußerst schmerzhaft und endet trotz moderner Behandlungsmethoden in 20 bis 30 Prozent der Fälle tödlich. Eine Tetanuserkrankung hinterlässt KEINE Immunität! Tetanuserreger kommen weltweit vor.
Impfung:
Für die Grundimmunisierung werden drei Impfungen benötigt. Es gelten ziemlich große Toleranzen, was die Intervalle der einzelnen Impfungen zueinander betrifft. Wenn jemand einmal in seinem Leben eine komplette Grundimmunisierung durchgeführt hat, so muss nie wieder mit der Tetanusimpfung neu angefangen werden! Es genügt hier immer eine einzige Impfung (bei mehr als 20 Jahren Abstand aus Sicherheitsgründen 2 Impfungen im Monatsabstand) zur Auffrischung. Zwar ist die Schutzdauer nach der Tetanusimpfung mit zehn Jahren limitiert, d. h. danach ist möglicherweise kein Akutschutz mehr vorhanden, aber das „immunologische Gedächtnis hält fast das ganze Leben und eine einzige „Erinnerungsspritze“ schafft in der Regel wieder den Vollschutz! Im Zweifelsfall (bei unklarer Dokumentation oder extrem überzogenem Impfintervall): Antikörperbestimmung!

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