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Jodmangel

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Jodmangel

Warum brauchen wir Jod?

Der menschliche Körper benötigt Jod, um Schilddrüsenhormone aufbauen zu können. Da er dieses Spurenelement nicht selbst herstellen kann, ist er auf die ständige Zufuhr von Jod in der Nahrung angewiesen. Allerdings enthalten sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrungsmittel nur das Jod, das Pflanzen aus dem Boden aufgenommen haben. Mitteleuropa ist jedoch seit dem Ende der letzten Eiszeit ein Jodmangelgebiet: Damals wusch das Schmelzwasser der abtauenden Gletscher das Jod aus der Erde und spülte es ins Meer. Weder Böden noch Trinkwasser enthalten heute nennenswerte Jodmengen.

Die normale Ernährung kann den Jodbedarf des Körpers deshalb kaum decken, Jodmangel ist sehr häufig. Viele Menschen leiden deshalb unter einer vergrößerten Schilddrüse. Ein Viertel der Betroffenen besitzt einen sichtbaren Kropf.

Jod ist lebenswichtig

Die Schilddrüse benötigt Jod für die Bildung von Hormonen. Die beiden wichtigsten sind Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone beeinflussen viele Stoffwechselvorgänge. So wirken sie bei der Steuerung von Kreislauf, Körpertemperatur und Fruchtbarkeit mit. Auch das Gefühlsleben wird zum Teil durch die Schilddrüsenhormone gesteuert. Bei Kindern hängen außerdem Wachstum und die Entwicklung der intellektuellen Leistungsfähigkeit vom T3- und T4-Spiegel ab.

Der Kropf (Struma) ist eine Notwehrmaßnahme, mit der Körper auf Jodmangel reagiert: Kann er nicht genügend Jod aufnehmen, werden auch zu wenig Schilddrüsenhormone produziert. Die Schilddrüse steigert deshalb ihre Aktivität und beginnt infolgedessen zu wachsen. Schließlich bildet sich der sichtbare Kropf.

Wieviel Jod sollte es sein?

Kindern und älteren Menschen wird empfohlen täglich 180 µg (Mikrogramm) Jod aufzunehmen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen mittleren Alters liegt die Tagesdosis bei 200 µg. Schwangere und Stillende sollten 230 bis 260 µg pro Tag zu sich nehmen. Vor allem durch jodiertes Speisesalz ist die Jodversorgung inzwischen deutlich besser als früher. Dennoch geht man davon aus, dass viele Menschen regelmäßig immer noch nur die Hälfte oder bestenfalls zwei Drittel der empfohlenen Tagesmengen zu sich nehmen. In vielen Nahrungsergänzungen ist Jod enthalten, prüfen Sie die Inhaltsstoffe und lassen Sie sich eventuell beraten.


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