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Sonnenschutz

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Sonnenschutz

Sonne - Sonnenschutz der Haut zuliebe!
Zur Urlaubszeit gilt es nun ganz besonders, auf seine Haut zu achten. Mag. pharm. Petra Huber von der Central-Apotheke in Bludenz gibt Tipps dazu:

1. Welche negativen Einflüsse hat die Sonne auf die Haut?
So angenehm und wichtig eine gewisse Menge Sonnenlicht ist - zu langes Verweilen in der Sonne kann ganz schön negative Wirkungen auf die Haut haben. Die Hautrötung, d.h. der Sonnenbrand, ist eigentlich nur ein äußeres Zeichen des entstandenen Schadens. Zu intensive oder lange UV-Strahlung überfordert den körpereigenen Schutz gegen Sonnenlicht und kann somit zur Schädigung der Hautzellen führen.

2. Wie wirkt sich eine Schädigung der Hautzellen aus?
Der Alterungsprozess der Haut wird beschleunigt, es entstehen die typischen braunen Altersflecken und das Immunsystem der Haut wird geschwächt.

Im schlimmsten Fall können die Hautzellen entarten, was schließlich zum Hautkrebs führen kann. Die Melanomhäufigkeit hat sich zum Beispiel seit 1980 bei der weißen Bevölkerung verdreifacht.

3. Gibt es eigentlich neue Formen des Sonnenschutzes oder sollten wir uns an die altbewährten Mittel halten?
In den letzten Jahren hat sich wirklich einiges getan. Immer mehr achtet man nicht nur auf einen genügend hohen Sonnenschutzfaktor, sondern versucht die Reparaturmechanismen der Haut zu unterstützen.

Wie so oft, kommen auch diese Helfer aus der Natur, sei es als Zusatz zu Sonnencremes oder in Kapselform zum Schlucken.

Ganz wichtig ist das bei Kindern, weil deren Reparaturmechanismen noch nicht ganz ausgereift sind. Deswegen sollte die Kinderhaut besonders gut vor Sonne geschützt werden.

4. Was sind denn das für natürliche Helfer?
Am längsten bekannt sind sicher die Carotinoide, die sehr gut als Radikalfänger wirken. Sehr interessant und vor allem toll wirksam sind beispielsweise auch die Inhaltsstoffe des Nopalkaktus oder ein Farnextrakt aus Südamerika.

Diese Pflanzen helfen tatsächlich dabei, die Selbstreparatur von Hautzellen zu beschleunigen. Zudem können sie den Alterungsprozess der Haut verlangsamen und zugleich vor künftigen Hautschäden zu schützen.

5. Gibt es spezielle Pflegeprodukte für Kinder?
Ja, speziell bei Kindern unter einem Jahr sollten nur Präparate mit Mikropigmenten verwendet werden. Allerdings dürfen Babys nicht in die pralle Sonne, sondern sollten sich immer im Schatten aufhalten.

Wichtig für Kleinkinder sind hohe Schutzfaktoren, da ihre Pigmentzellen noch nicht voll funktionstüchtig sind. Zum richtigen Sonnenschutz für Kinder gehört aber auch ein Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille und beim Spielen am Strand zusätzlich ein T-Shirt.

6. Tipps für den richtigen Schutz?
Sonnenschutzmittel sollten unbedingt schon 1/2h vor dem Sonnenbaden gut deckend aufgetragen werden.

Auch wasserfeste Produkte müssen nach dem Schwimmen wieder aufgetragen werden, denn durch Abrieb oder Salzwasser kann der Lichtschutzfaktor reduziert werden. Zudem muss man beachten, dass die Schutzzeit durch wiederholtes Auftragen nicht verlängert werden kann.

Die gefährlichste Zeit zwischen 11.00 und 16.00 sollte man im Schatten verbringen. Zusätzlich mit Hut, T-Shirt, Sonnenbrille schützen und nicht auf´s Trinken vergessen.

7. Medikamente und Sonne:
Johanniskrautpräparate: Photosensibilisierung v.a. bei hellhäutigen Personen möglich.

Tetracycline : Phototoxische Reaktionen (Erythem, Hautödem und Blasenbildung) durch UV-A möglich.

Hormonpräparate (Pille, Medikamente gegen Wechselbescherden) können zu bleibenden Pigmentstörungen führen.

8. Was ist eine Sonnenallergie?
Was man allgemein als Sonnenallergie bezeichnet, ist nicht wirklich eine Allergie.
Am häufigsten treten 2 Arten der Sonnenunverträglichkeit auf.
Mallorca Akne und die Polymorphe Lichtdermatose (am häufigsten)

PMD tritt vor allem auf Hautpartien auf, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind. Meistens am Ausschnitt, im Nacken und auf den Schultern. (Quaddeln, juckende Flecken, Bläschen).
Ausgelöst wird das Ganze durch die UV-A Strahlung. Wichtig ist daher die Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit extra hohem UV-A Schutz. Häufig hilft auch die vorbeugende Einnahme von oralen Sonnenschutzmitteln mit Carotin und Pflanzenextrakten.

Auch Mallorca-Akne (akneartige Knötchen v.a. im Dekollete) wird durch UV-A Licht ausgelöst, allerdings durch Reaktion des Sonnenlichts mit Inhaltsstoffen der Sonnenschutzmittel. Daher sollte man bei dieser Form der Sonnenunverträglichkeit fett- und emulgatorfreie Gele zum Sonnenschutz verwenden. Außerdem dürfen auch nach dem Sonnen keine fetthaltigen Körperlotionen verwendet werden, sondern die passenden fettfreien AfterSun-Präparate.

9. Was ist UV- Strahlung?
UV-Strahlung ist ein Teil des Sonnenlichtes (Sichtbar, IR, UV). Wir unterscheiden UV-B Strahlen und UV-A Strahlen:

UV-B Strahlen wie Brand –sind hauptsächlich für den Sonnenbrand verantwortlich, aber auch für Spätschäden wie Hautkrebs. (Bewirkt Neubildung von Melanin---langanhaltende Bräune)

UV-A Licht wie Alterung- dringt tiefer in die Haut ein und führt zu Hautalterung, Faltenbildung und Altersflecken. Aber auch für die sogenannte Sonnenallergie ist UV-A Strahlung verantwortlich und wieder, wie UV B für Hautkrebs als Spätfolge. (Bereits vorhandene Melaninvorstufen werde in dunkles Melanin übergeführt.)

10. Solarien?
In Solarien wird nur das längerwellige UV-A Licht verwendet. UV-A Strahlung verursacht zwar keinen Sonnenbrand, bewirkt aber Hautalterung und Faltenbildung .Zudem fördert UV-A Licht Hautkrebs. Durch die Bräunung im Solarium entsteht allerdings auch ein leichter Sonnenschutz (10 Solarienbesuche erhöhen die Sonnenbrandschwelle um den Sonnenschutzfaktor 1,5). Es sollte sich also jeder gut überlegen, wie häufig er ins Solarium geht.


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